WPC 2#BVP Z Courier 10cpi2xxx .x  @8 X@Star LC-10STLC10.PRSx  @X 0X@( .,,. USDE 3'3'Standard6&6&Standard-10r8(  2UWZg#(#|xStar LC-10STLC10.PRSx  @XN%[X@ .,,. USDE 3'3'Standard6&6&StandardSTLC10.PRSx  (  2X4!(Courier 10cpiCourier 6cpi2xxx .x  @8 X@t2L  @9 X@&Standard-107(   Jan Brabenec 1.X   Sp2П   : Ansprache zur Er?ffnung der 13. Kulturwochen im haus Schmied an der Stra in Gaflenz am 15. August 1992. Sehr geehrter Herr BGrgermeister, verehrte Damen und Herren, liebe Freunde. Zum 13. Mal k?nnen wir in der Geschichte dieses Hauses unsere TGren fGr die Kulturwochen ?ffnen. Ich m?chte diese Vernissage zum Anla nehmen, um einige Gedanken mit iHnen zu teilen. Kreativitt, Kunst, also Gedanken, Ideen, GefGhle, sein Herz auf verschiedenste Weise mit den Elementen unserer Welt zum Ausdruck zu bringen und so gestalterisch im Leben zu wirken, ist ein GrundbedGrfnis des Menschen. Sehr oft wird das zu einem inneren Drang, zu einem Auftrag, der aus der Tiefe des Sein aufzusteigen scheint. So schreibt der reife Michelangelo in einem seiner Sonette: "Ich nhr mich nur von dem, was glGht und brennt, und leb von dem, woran die andern sterben." An Kindern und jenen, die die sich noch mit 85 Jahren ein jugendliches Herz bewahr haben, lt sich dieser Drang, spielerisch zu gestalten und gestalterisch zu spielen und dies auch und vor allem um andere zu erfreuen, sehr leicht feststellen. Als unsere kleine Tochter mit Masern ans Bett gefesselt war, malte die ltere ihr zum Trost und zur Freude ein Bild, es hngt im Nebenraum, jenes mit dem Segelboot und dem Wundervogel. Wer je die M?glichkeit hatte, in Lnder zu reisen, die durch lange Zeit hindurch von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben waren, wird festgestellt haben, da die Kunst in jener Zeit zu hoher BlGte gelangte. Sobald Angst und Sorge um das physische Leben Gberwunden sind, wenn wir ein Dach Gber dem Kopf und ein Steak auf dem Teller haben, beginnen wir im allgemeinen zu entdecken, was unsere Aufgabe ist: sch?pferisch zu sein. Der Deutsche Architekt und BegrGnder des Bauhauses, Walter Gropius, stellte in einer Rede die Frage: "War der Sch?pfer der Rose ein Techniker oder ein KGnstler? Er war beides: Auf dem Boden von Strukturen schafft er Sch?nheit. Wir entdecken in der Rose wie in der gesamten Sch?pfung Ordnung und Sch?nheit in vollendeter Harmonie. Nur der Mensch scheint hier eine unrGhmliche Ausnahme zu machen. Er ist ein gespaltenes Wesen und sein Antlitz taucht im Flu der81 2 2 2 Geschichte immer wieder mit ZGgen des Hasses und der Gier auf. Und doch: Nur der Mensch hat in der gesamten Sch?pfung eine einzigartige Stellung: Er ist mitverantwortlich bei der Gestaltung dieser Welt. Und diese Verantwortung kann uns niemand abnehmen. Sie beginnt mit der Gestaltung und Formung unseres eigenen Charakters, endet aber dort nicht. Der deutsche Schriftsteller Hans Carossa berichtet in einem seiner ReisetagebGcher von einer Begegnung mit einem Grtner in der Bretagne. Noch nie hatte Carossa auf seinen ausgedehnten Reisen so sch?ne Blumen gesehen. Auf die Frage an den Grtner, wie er das wohl anstelle, so wunderbare Blumen zu zGchten, erhielt er zur Antwort: "Ich will es ihnen gerne sagen, aber sie dGrfen mich nicht auslachen: Ich rede jeden Tag mit meinen Blumen." Dort, wo der Mensch sein Herz, sein Innerstes, das g?ttliche Feuer, das in uns allen mehr oder minder verborgen wohnt, investiert, beginnt Leben, Sch?nheit. Dieses Feuer aus Wrme und Licht, aus Liebe und Wahrheit sollte Gberall auf dieser Welt, in uns und um uns brennen. Wenn Wahrheit und Liebe eine Einheit bilden, k?nnen wir alle an der Mitgvestaltung dieser wunderbaren Sch?pfung teilnehmen. Aber erleben wir nicht heute vor unserer HaustGre wiederum die Perversion aller Kreativitt? Seit Menschgedenken haben wir unwahrscheinlich viel Kraft aufgewendet um Systeme und Methoden zu entwickeln, die ausschlielich dazu gedient haben und dienen, andere zu t?ten, zu zerst?ren, zu unterjochen. Wir spGren in uns selbst, da es dem Zweck unseres Daseins widerspricht, andere zu beherrschen und in egoistischer Weise auszunGtzen. Wir wollen uns in Freiheit entfalten k?nnen, und dieses Recht mGssen wir allen anderen nicht nur zugestehen sondern auch erm?glichen. Auch der KGnstler beansprucht fGr sich Freiheit, denn nur so kann er sch?pferisch wirken. Freiheit bedeutet nicht, da wir uns an keinerlei Gesetzmigkeit zu halten htten. Das wre ZGgellosigkeit, deren Auswirkungen wir zur GenGge in allen Gesellschaftsschichten kennen. Nur wer jene Gesetze, die dem Leben, dem Kosmos immanent sind, kennt und sie ganz selbstverstndlich anwendet, kann wirklich kreativ sein. Die Sch?pfung ohne Naturgesetze wre, um hier die hebrischen Worte der Genesis zu verwenden, ein heilloses Tohu va Bohu. ZGgellosigkeit fGhrt zu Entartung und Destruktivitt. Wenn ich hier von Freiheit spreche, dann meine ich Freiheit81 2 2 2 Gberhaupt. Freiheit ist nicht portionierbar, teilbar. Entweder bin ich frei, oder ich bin es nicht. Eine Zwischenm?glichkeit ist nicht denkbar. Man kann nicht ein bischen Freiheit gewren. Ich kann mir zwar einbilden frei zu sein, mu es aber notwendigerweise nicht sein. Das gr?te Gefngnis, in dem wir uns heute befinden, auch nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Machtbereiches, ist das Gefngnis des Egoismus. Als John F. Kennedy Prsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde, sagte er in seiner Inaugurationsrede unter anderem: "Als BGrger dieses Landes sollten wir nicht fragen, was tut Amerika fGr mich, sondern was tue ich fGr Amerika. Als Amerikaner sollten wir nicht fragen, was tut die Welt fGr Amerika, sondern was tut Amerika fGr die Welt." Nichts und Niemand ist in dieser wunderbaren Welt fGr sich selbst geschaffen. Alles ist dazu da, um einem h?heren Zweck in Freude zu dienen. WGrde keine Mensch, verehrte Damen und Herren ihre, Bilder, Skulpturen, Gemlde und Objekte anschauen und bewundern und letztlich auch kaufen, wGrden sie frGher oder spter aufh?ren, etwas zu produzieren. Ein Mensch, und soferne er kreativ ist, ist jeder Mensch ein KGnstler, dient mit seinem Leben und was er darin tut, nicht vorrangig sich selbst, sondern anderen. Er macht Freude, bringt GlGck, regt zum Nachdenken an, rGttel auf, stellt klar und manches andere mehr. Aber seine Werke mGssen andere zu Gesicht bekommen, h?ren, sehen greifen, begreifen k?nnen. Aus diesem Grund bemGhen wir uns seit 13 Jahren, und hier tatschlich seit Beginn dieser Initiative bis zum heutigen Tag Dietlind Bauch, die M?glichkeiten diese Hauses zu nGtzen, und KGnstler in diesem Sinn hier mit ihren Werken zusammen zu fGhren. Durch dise Werke haben wir die M?glichkeit etwas von der Pers?nlichkeit des Schaffenden zu erfGhlen. Wer hier hereinkommt, der geht nicht mehr als der hinaus, als der er gekommen ist. Er nimmt etwas von dem hier herrschenden Geist mit, er ist sozusagen begeistert. Wer jemals eine Ausstellung arrangiert hat, wei, wieviel vorbereitende Arbeit, wieviel Organisation, handwerkliches Geschick und Einsatz rund um die Uhr n?tig sind, um so etwas auf die Beine zu stellen. Das, was wir damit bezwecken, lt sich aus dem Namen Vereiniung herauslesen. Wir wollen81 2 2 2 damit eine Verbindung zwischen KGnstlern untereinander und zwischen KGnstler und Betrachter herstellen. In diesem Jahr werden die Spenden der Ausstellungsbesucher, die ja wie immer freien Zutritt haben, den Betroffenen des "Balkankrieges", unseren Nachbarn in Not zur VerfGgung gestellt. Eine besondere Gelegenheit m?chte ich nicht unerwhnt lassen: Unser jGngster Aussteller ist heut auf den Tag genau 85 Jahre alt: Eduard Hnggi. Ich m?chte ihm hiermit alles Gute wGnschen und bitte Sie um einen krftigen Applaus. Und jetzt sind Sie eingeladen, einen Rundgang durch diese Gemeinschaftsausstellung zu machen. Ich m?chte Frau Meren bitten, anzufangen und einige Worte zu ihrem Schaffensbereich zu sagen.